Montag, 4. Januar 2016

Montagsfrage für Autoren: Droht eine Lieblingsfigur von dir zu einem Gary Stu zu werden?


Na so was! Wollte ich doch gerade bei Schreibwahnsinn nachschauen, ob die noch Montagsfragen für Autoren haben, da befindet sich die Seite gerade im Überarbeitungsmodus und ist nicht erreichbar. Dann stelle ich mir eben selbst eine.

Hast du eine männliche Lieblingsfigur, bei der die Gefahr besteht, dass du jede Distanz zu ihr verlierst und sie zu einem typischen Gary Stu wird? (Gary Stu: Der feuchte Wunschtraummann der Autorin, der alles kann, dem alles gelingt und der überaus schön ist.)

Ja, das ist mein Orlando aus "Sonne, Strand, Cocktails und zwei knallharte SEALS". Ich habe ihn zu einem "Pretender" gemacht, also einem Menschen, der sich schnell in jede erdenkliche Rolle hineindenken und sie ausfüllen kann. Außerdem hat er ein ungeheures Sprachtalent. Natürlich sieht er wahnsinnig gut aus. Da muss ich dann und wann stark gegenarbeiten. Als Gegengewicht habe ich mittlerweile seine gefährlichen und düsteren Wesenszüge ausgebaut, die ihm einen Teil des strahlenden guten Menschens nehmen.

(Fühlt euch frei, diese Frage auch zu beantworten. Den Link zu eurem Post könnt ihr als Kommentar dalassen.)

Freitag, 18. Dezember 2015

Jahresrückblick 2015


Einige private Ereignisse im Jahr 2015 haben mir wieder klar gemacht, wie schnell sich das Leben von einer Minute auf die andere ändern kann. Es ist noch einmal gut gegangen. Was bleibt, ist ein noch mehr geschärftes Bewusstsein dafür, den Moment zu genießen.

Anfang des Jahres entschloss ich mich halb freiwillig, halb unfreiwillig, das Schreiben als Beruf zu betreiben. Freiwillig deshalb, weil es mir Spaß macht, unfreiwillig, weil meine Verkaufszahlen so in die Höhe schossen, dass mir irgendwie auch gar nichts anderes übrig blieb und ich mich neu positionieren musste. Das Schreiben und Publizieren als Beruf ist für mich kleine Chaotin kniffelig. Ich versuche zu planen ohne zu planen, weil feste Termine meinen Muserich extrem verschrecken und der Schreibfluss dann versiegt. Meistens gelingt mir das recht gut.

2015 war auch ein Jahr, in dem ich meine Freude am Cover gestalten entdeckt habe. Vorher machte ich sie auch schon selbst, aber ich hatte keine Freude daran. Der Groschen ist bei mir gefallen. Perfektion im Gestalten ist für mich unerreichbar. Vielleicht source ich das irgendwann auch aus. In nächster Zeit aber noch nicht.

Glücklich bin ich, eine Lektorin gewonnen zu haben, die ganz wunderbar versteht, was ich ausdrücken möchte und die erbarmungslos auf die Stellen zeigt, die ich noch schleifen muss. Wer meine Bücher trotz ihres unermüdlichen Einsatzes immer noch nicht gut findet: Es ist nicht ihre Schuld.

Social Media hätte ich fast sein lassen und ich habe eine Facebookpause eingelegt. Das tat gut. Wäre ich ganz gegangen, hätte ich meine Freunde auf Facebook allerdings vermisst.

Folgende Bücher habe ich im Jahr 2015 veröffentlicht:

Wohnungsbesichtigung ins Glück
Die Scherben der Kindheit und das brüchige Glück der Gegenwart
Lake Beautown Sammelband Buch 1 bis 3
Der Trucker - Wenn sich das Herz nach mehr als einem Menschen sehnt
Peter und Rebecca - Es ist unser Weg!
Seidenträume und Sahnewölkchen
Der Sexgott am falschen Ort

In diesem Zusammenhang bin ich übrigens gefragt worden, ob ich denn wisse, dass viele meiner Buchtitel viel zu lang sind. Klar! Ich kann sie mir selbst kaum merken. Sie sind nicht deshalb so lang, weil ich zu naiv wäre und ich mich mit dem Thema Buchtitel nicht beschäftigt hätte.

Einen Ausblick auf 2016 werde ich nicht schreiben - ihr wisst schon, der sensible Muserich.

Ich danke allen, die mich und/oder meine Bücher mögen und mir deshalb folgen. Ich grüße Kolleginnen und Kollegen ganz herzlich, Verlegerinnen und Verleger, Rezensentinnen und Rezensenten, ach, alle, die einen netten Gruß von mir wollen, mögen sich bitte angesprochen fühlen.

Habt eine schöne Zeit!
Happy Holidays!
Eure Norma

Dienstag, 22. Juli 2014

Wenn ich mit einer Szene nicht weiterkomme


Lässt du Szenen und Kapitel unfertig stehen, wenn du nicht weiterkommst und schreibst an einer anderen Stelle weiter? Oder bleibst du hartnäckig an einer Stelle sitzen?, möchte Schreibwahnsinn wissen.

Ich schreibe an einer anderen Stelle weiter und überspringe zunächst die kritische Szene. Das hält die Inspiration, den Lauf im Fluss. So ein Lauf ist zu wichtig, um ihn mit krampfhaften Verhalten zu stören. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass Weiterschreiben an anderer Stelle das Problem oft von allein löst und man plötzlich auf das Ergebnis in der problematischen Szene kommt.

Montag, 23. Juni 2014

Weshalb David Garrett eine inspirierende Person für mich ist


Als Autorin und Mensch präsentiere ich mich jetzt auch bei Facebook, da: Norma Banzi

Facebook wollte von mir wissen, welche Personen ich inspirierend finde. Das geht nicht zu sehr ins Persönliche, dachte ich mir und so habe ich ein paar Leute mit einem Like als inspirierende Personen ausgesucht. Heute möchte ich über David Garrett erzählen.

Ich sah eine Fernsehdokumentation über ihn, vermutlich bei Arte, ganz sicher bin ich mir nicht genau, in welchem Programm. Ich war begeistert über das Crossover von klassischer Musik und Moderne. Damit bin ich schon durch meinen Musiklehrer in der Kindheit in Berührung gekommen (Jazzklassik). Glaubt es mir oder nicht, Mädels und Jungs, ich war zuerst beeindruckt von seiner musikalischen Herangehensweise an die Dinge, von seiner persönlichen Gelassenheit und Ruhe, die er in dieser Doku ausgestrahlt hat, bevor ich sein gutes Aussehen bemerkt habe. Natürlich sind optische Anreize für eine Autorin wie mich auch sehr wichtig. Autoren sammeln Geschichten, lassen sie im Kopf zergehen, sortieren sie ab, fügen sie bei Bedarf für ihre Charas neu zusammen. Und David Garrett hat nicht nur einen inspirierenden persönlichen Werdegang, er erfreut auch die Ohren mit Musik, die zu interpretieren er gegen den Widerstand anderer durchsetzen musste. (Obwohl er nicht der erste Musiker ist, der Jazzklassik usw. macht, scheint es doch auch noch heute schwierig zu sein, damit bei Produzenten etc. anzukommen.)

Wie viele Ideen schlummern in deinen Notizbüchern?


Wie viele Ideen schlummern in deinen Notizbüchern?, fragt Schreibwahnsinn.

Ich benutze keine Notizbücher, ich habe derzeit drei verfestigte Idee im Kopf und vielleicht 15 bis 20 in den Dateien meines Computers. Meistens teste ich Ideen an, indem ich mich hinsetze und spontan losgelege zu schreiben. Dann merke ich schon, ob die Idee zu dem aktuellen Zeitpunkt tragfähig ist. Natürlich plane ich meine Romane auch, aber mehr so während des Schreibvorgangs und zwischendurch, wenn ich Alltagsdinge erledige. Während der Kopf mit den Figuren des Romans / der Kurzgeschichte beschäftigt ist, können die Hände ganz wunderbar Staub wischen oder Gläser abwaschen.

Natürlich kommen mir auch Ideen, die ich dann wieder vergesse. Wenn ich nicht loslaufe und sofort mit dem Tippen beginne, dann nutzt es auch nichts, sie aufzuschreiben, ich würde sie niemals verwirklichen. Es ist die Begeisterung für eine Idee, die den Roman bei mir entstehen lässt und nicht die Idee selbst. Wenn sie so gut ist, dass sie bei mir bleiben möchte, dann kommt sie auch wieder.

Notierte Ideen sind also bei mir viele unfertige Romane, die zwei bis fünf Kapitel haben. Diese Unfertigen deprimieren mich nicht, weil sie für mich eine Ideensammlung sind. Es ist sogar einfacher, sie erneut anzupacken, weil ja der Anfang schon geschrieben ist.